Liebe Mitglieder,
verehrte Gäste.
Ich hoffe Sie haben die Feierlichkeiten zu Christi Himmelfahrt und Pfingsten gut überstanden. Leider war es das jetzt mit den „kurzen Wochen“ für dieses Jahr.
Zu Mutter- und Vatertag habe ich mich erschöpfend geäußert, nun richte ich meinen Blick auf den Nachwuchs:
Neulich lungerte ich in meiner Terrassen-Sitzgarnitur bei einem Glas Bier. Plötzlich bricht mein siebzehnjähriger Sohn heran. Ich frage ihn in naivem Bildungsbürger-Optimismus, wie seine Klausur verlaufen sei. Seine Antwort? Ein kurzes Schnauben, gefolgt von: „Akh, Lehrer hat mein’ Aura Verlust des Todes gefarmt, absolut das crazy. Aber ich hab direkt gelockt in, mein Rizz hat geregelt. Slay.“ Ich starrte ihn an. Ich verstand kein einziges Wort. Er hätte genauso gut versuchen können, mir die sowjetische Bedienungsanleitung einer Waschmaschine vorzutanzen, oder mir mit zwei Löffeln und einem Kochtopf eine Botschaft im Morsecode zu übermitteln. Mein eigener Nachkomme stand vor mir und lautmalte mich in einer Fremdsprache an, für die es auf diesem Planeten kein Wörterbuch gibt.
Haben Sie heute bereits mit Ihrem hauseigenen Endprodukt kommuniziert? Falls ja: Herzlich willkommen im Club der rhetorisch Enteigneten. Wenn mein Kind versucht, mir seinen Tag zu erklären, klingt das wie ein verschlüsselter Funkspruch aus dem Kalten Krieg. Ich nicke dann immer nur traumatisiert und hoffe, dass er nicht gerade die Einweisung in ein Heim für mich unterschrieben hat.
Als Mann mit klassischem europäischem Bildungsverständnis beobachte ich dieses Phänomen mit einer Mischung aus zivilisatorischem Grauen und tiefer, fast schon zoologischer Faszination. Was sich dort in den Kinderzimmern vollzieht, ist keine Evolution. Es ist der kontrollierte, staatlich subventionierte Rückbau des europäischen Kulturguts direkt in das präverbale Zeitalter. Selbst die Neandertaler nutzten komplexe Grunzlaute, um die Mammutjagd zu koordinieren. Jedes isoliert lebende Naturvolk im tiefsten Amazonas besitzt ein feiner nuanciertes Signalsystem aus Klick- und Pfeiftönen als unsere Kinder! Dort kommuniziert man, um das Überleben des Stammes zu sichern. Unsere Jugend grunzt, um anzuzeigen, dass der Akku bei vier Prozent steht.
Unsere Vorfahren erfanden den Buchdruck. Europa schenkte der Welt Goethe, Kant und Voltaire. Und was macht die heutige Jugend? Sie schafft das Prädikat ab. Wer braucht schon Verben, wenn man Substantive wie Kieselsteine aneinanderreihen kann? Sätze bestehen heute oft nur noch aus zwei Variablen:
Einem Pronomen und einem Ortsnamen. „Ich Bahnhof.“ Mehr Gehirnleistung wird für den Weg dorthin offenbar nicht freigesetzt.
Aber woher soll es auch kommen?
„Schreiben nach Gehör“ hieß das pädagogische Verbrechen, das eine ganze Generation funktionaler Analphabeten herangezüchtet hat. Die semantische Bandbreite ist so flach wie der Humor von Oliver Pocher. Das Smartphone fungiert als externer Hirnschrittmacher. Wozu einen klaren Gedanken ausformulieren? Ein Emoji mit rollenden Augen erledigt das viel schneller. Unsere Kinder kommunizieren nicht mehr, sie senden sich gegenseitig visuelle Hieroglyphen. Es ist die Rückkehr zur Keilschrift. Nur eben ohne den kulturellen Mehrwert der alten Ägypter oder Babylonier. Machen wir uns keine Illusionen. Der Kampf ist verloren.
Termine zum Notieren:
Donnerstag 04.06. um 19:00 Uhr
Bingoabend unter der Leitung unserer Freunde der Royal Artillery Association.
Freitag 12.06. 09:30 Uhr
Mitgliederfrühstück „Mediterran“
Spezialitäten rund um das Mittelmeer Antipasti / luftgetrockneter Schinken uvm.
Ab sofort könnt ihr euch anmelden.
Mitglieder 0€ // alle anderen 15€
Dienstag 16.06. 17:00 Uhr
Mitgliederversammlung
Themen:
Entlastung des Vorstandes und Neuwahlen
Kassenbericht und Personalentwicklung
Anträge
Dienstag 30.06. 16:30 Uhr
Sommerfest Kasino
90 Jahre Betreuung im Geb. 6
Jedes Mitglied + Lebenspartner hat kostenlosen Eintritt
Alle Anderen, Nicht-Mitglieder und zusätzliche Gäste zahlen 30,00€
Essen und Trinken inklusive
Livemusik von den Heathland Pipes & Drums
Dudelsäcke und Drums
Anmeldung erforderlich und ab sofort möglich
Mit kameradschaftlichen Grüßen,
Kasino-Gesellschaft Flugplatz Celle e.V.
Der Vorstand
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